Ergebnisse der Bürger-Dialog-Tour der Grünen. Nach hunderten Gesprächsrunden in den letzten drei Monaten ziehen die Grünen Bilanz

Ergebnisse der Bürger-Dialog-Tour der Grünen. Nach hunderten Gesprächsrunden in den letzten drei Monaten ziehen die Grünen Bilanz: Eine zentrale Konsequenz: Grüne Integration- und Sprachenoffensive für Oberösterreich.

Hunderte Dialogrunden haben die Grünen in den vergangenen drei Monaten in ganz OÖ mit Bürgergruppen durchgeführt. Das Grundmotto: Probleme ernstnehmen, zuhören und Lösungen erarbeiten. Oberösterreichs Grüne werden darauf mit einer großen Integrations- und Sprachoffensive reagieren.

Am 23.01. 2009 haben die Grünen die Bürger-Dialog-Tour durch ganz OÖ mit einer Dialog- Veranstaltung im Pfarrheim Auwiesen gestartet. Seither wurden landesweit hunderte größere und kleinere Gesprächsrunden durchgeführt. Die in der jeweiligen Gemeinde, im Ortsteil oder Stadtviertel artikulierten und aufgezeigten Probleme waren sehr vielschichtig:

– Regionale Arbeitsmarktprobleme

– Jugendliche ohne Ausbildung

– Armut

– Energieprojekte

– Fälle von Gewalt in der Familie

– Konflikte um Straßenbauprojekte

– uvm

Heute ziehen die Grünen Bilanz, denn beim kommenden Wahlkongress am Donnerstag 25.06 wird der zweite Teil dieser Dialog Tour gestartet. Diese wird stärker auf die Grünen Erfolge und auf Umsetzungs- und Projektideen für die nächste Legislaturperiode konzentriert um Ideen zu sammeln, wie die Grünen Ziele für OÖ im Jahr 2015 erreicht werden können.

Häufig wurden bei diesen Dialog-Gesprächen Integrationsfragen thematisiert. Auf die vielen Detailprobleme, die vorgestellt wurden, wollen die Grünen in der nächsten Legislaturperiode mit einer umfassenden Integrationsoffensive reagieren.

– Durch eine beschleunigte Umsetzung des Integrationsleitbildes (zB. durch abteilungsübergreifenden Integrationsfachdienst Bildung, Schule, Familie und Erziehung, eine Integrations- und Diversitätskompetenz an Schulen und in der Verwaltung des Landes OÖ und in den Gemeinden sowie ein Informationspaket für Neu-Zugewanderte

– Durch eine umfassende Sprachoffensive in ganz OÖ

Anschober: „Am 27.09 wird es zu einer Richtungsentscheidung kommen – entweder in Richtung Aufhetzung, Auseinanderdividieren und Spaltung der Gesellschaft durch die Politik der FPÖ. Oder aber eine Politik des Miteinander, des Ernstnehmens und Lösens von Problemen und Konflikten für eine solidarische Gesellschaft mit Zusammenhalt durch die Grünen. Eine Voraussetzung für dieses Miteinander und die Integration ist die Sprache“.

Die Grünen sehen die Einführung des Gratiskindergartens als großen Schritt zu mehr Sprachkompetenz und Integration. Denn derzeit sind in OÖ bereits 85 Prozent der Drei- bis Fünfjährigen und rund 97 Prozent der Fünfjährigen im Kindergarten – durch Gratiskindergarten und verpflichtendes Kindergartenjahr werden viele zusätzliche Kinder mit Migrationshintergrund den Kindergarten zur Sprachausbildung nutzen können. Dies ist ein großer Schritt Richtung Integration.

Sprache als Schlüsselvoraussetzung für erfolgreiche Integration:

Es ist eine klares Faktum: Ob man eine Sprache des jeweiligen Landes beherrscht oder nicht hat immense Auswirkungen auf nahezu alle Lebensbereiche des Betroffenen. Mit anderen Menschen sprachlich auf einer Ebene kommunizieren zu können, bedeutet verstanden zu werden, und selbst zu verstehen, vermindert das Risiko von Missverständnissen, beseitigt Barrieren und vermittelt das Gefühl der Gemeinsamkeit. Kurz: Sprache ist eine der Schlüsselvoraussetzungen für erfolgreiche Integration.

Die Politik hat dies selbstverständlich zu berücksichtigen und alles dafür zu tun der Bedeutung der Sprache als wesentlicher Integrationsfaktor gerecht zu werden. Das heißt auch, dass die Politik dafür zu sorgen hat, dass ausreichend und qualitative Sprachangebote bzw. entsprechende Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Angebote liegen vor, müssen aber noch zielgruppengerechter werden

Das Land OÖ fördert seit vielen Jahren Deutschkurse unterschiedlicher Anbieter, etwa Gemeinden, Vereinen, Organisationen und Institutionen wie Institutionen wie das WIFI, Bfi und VHS. Insgesamt bieten 10 Anbieter Deutschkurse an. Die Höhe der Förderung kann pro Kurs maximal 30 Euro pro Unterrichtseinheit betragen, die Teilnehmer zahlen pro Unterrichtseinheit (50 Minuten) maximal 1 Euro 50.

Es werden Kurse im Umfang von mindestens 45 Unterrichtseinheiten bei Deutschkursen gefördert, bei Alphabetisierungskursen mindestens 75 Unterrichtseinheiten.

Das dafür vorgesehene Budget des Landes beträgt 500.000 Euro.

„Die Angebote werden von den MigrantInnen auch sehr gut angenommen – wenn die Rahmenbedingungen auf die Zielgruppe vor allem zeitlich abgestimmt sind. In diesen Fällen liegen sogar Wartelisten vor, welche vom großen Interesse der Betroffenen zeugen“, betont der Grüne Bundesrat Efgani Dönmez

Doch nicht immer sind die Angebote den Lebensumständen der Betroffenen entsprechend angepasst. Hier gilt es zu optimieren womit man auch den Wünschen der Betroffenen nachkommen würde:

Die Rückmeldungen aus den grünen Dialogrunden haben unter anderem ergeben, dass viele Migrantenvereine, wie zum Bsp.: ATIB (türkisch-österreichischer Kulturverein) und kroatische Kulturvereine sich vermehrt Deutschkurse wünschen, welche auf die Zielgruppen abgestimmt sind.

Als Beispiel: Wenn ein Bauarbeiter bis 17:00 Uhr arbeiten muss und der Sprachkurs um 16:30 Uhr beginnt, ist das kaum vereinbar. Gleiches gilt für Frauen, die ein Sprachförderungsangebot gerne annehmen würden, dies aber an einer adäquaten Kinderbetreuung scheitert. Hier ist dringend Handlungsbedarf gegeben, wie Dönmez betont.

„Das Land OÖ hat in seinem Integrationsleitbild die freiwillige Sprachförderung für MigrantInnen festgeschrieben, dieses Angebot wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut und den Bedürfnissen der Menschen entsprechend adaptiert, dafür werden sich die Grünen weiterhin bei einer kommenden Regierungsbeteiligung massiv einsetzen“.

„Für die Grünen ist es ein deklariertes Ziel, dass es bis 2015 für jede Migrantin, jeden Migrant ein adäquates Sprachförderangebot gibt. Das heißt, es muss eine zielgruppengerechte und flächendeckende Sprachförderung realisiert werden. Dafür ist sicherlich zumindest eine Verdoppelung des bisherigen Budgets nötig“, betonen Anschober und Dönmez unisono.

Beispielgebend könnte hier ein Projekt des Vereins „Migrare“ zusammen mit Bfi und dem Verband der VHS sein. Dieses Konzept sieht vor, die Kurse zu den Menschen zu bringen, dorthin, wo sie wohnen und arbeiten. Die entsprechenden Räumlichkeiten werden in diesem Fall angemietet. Mittels dieses Projekts konnten 800 Menschen erreicht werden, der Frauenanteil ist bei 80 Prozent gelegen.

Gratiskinder fördert Spracherlernung schon im Kindesalter

Ein weiterer Schritt hin zu einer Spracherlernung für Migranten schon in Kindesalter ist durch die flächendeckende Einführung des Gratiskindergartens für alle gesetzt worden. Migrantenkinder werden somit in der Gemeinschaft des Kindergartens zum Erlernen der deutschen Sprache ermutigt. Durch eine positive Gruppendynamik sollte es gelingen, sprachliche Barrieren schon in Kindesalter abzubauen bzw. diese schon vorab zu verhindern.

„Die allermeisten MigrantInnen sind bereit und froh darüber die deutsche Sprache zu erlernen, vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter. Hier gibt es noch viel Potential. Es muss gelingen dieses Potential mit zielgruppengerechten Kursangeboten zusammenzuführen. Damit wäre ein immens wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Integration getan“, schließt Dönmez.

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