NAPI – Nichts Außer Probleme in der Integrationsthematik — Eine systemische Betrachtungsweise

Der Nationale Aktionsplan für Integration wurde vor kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt. An diesem Papier haben namhafte ExpertInnen mitgearbeitet und in vielen Bereichen kann man nur seine Zustimmung geben. Die wichtigste und relevanteste Frage in diesem Kontext ist, auf was man die Aufmerksamkeit richten muss? Nicht das “Was” sondern das “Wie” der Maßnahmen ist wichtig. Hier haben die unterschiedlichen Kritiken von ExpertInnen und NGO’s ihre volle Berechtigung. Es wurde “gekleckert statt geklotzt”. Eine längst überfällige strukturelle Änderung ist wieder nicht in Sicht, stattdessen wird da und dort ein einem Schrauben gedreht.
Minister und Bundesräte kommen und gehen, dass was bleibt ist das System, daher ist es Notwendig am schlechten bestehenden System etwas zu ändern. Es wurde viel zu lange IM BESTEHENDEN SCHLECHTEN SYSTEM herum gedreht anstatt AM SYSTEM zu arbeiten. Dahinter steckt jedoch, aus meiner Sichtweise, kühle Absicht, denn es profitieren sehr viele vom status quo. Eine kleine systemische Analyse in Ansätzen…

Jeder/e weiß, welche sich nur ansatzweise seriös und anhand der wissenschaftlichen Datenlage bewegt, dass gesteuerte qualifizierte Zuwandung notwendig ist, alleine schon Aufgrund der demografischen Entwicklung und der Absicherung unseres Sozialsystems.
Zuwanderung muss und kann gestaltet und gesteuert werden, anstatt sich hinter Gesetzen zu verschanzen, welche dies zum Ausdruck bringen, was sich jeder denkt und nicht zu sagen traut.

Es ist kein Bedarf mehr gegeben an unqualifizierten Arbeitskräften aus integrationsresistenten Schichten, insbesondere aus Drittstaaten. Wir brauchen und möchten keine Personen, welche Ihre Kinder zwangsverheiraten, Frauen den Zugang zur Bildung und Sprache verwehren sowie in geistigen Paralleluniversen Zuhause sind. Das muss einmal gesagt werden ohne gleich in ein bestimmtes Eck gestellt zu werden. Eine differenzierte und ehrliche Annäherung an diese emotional besetzte Thematik ist höchst an der Zeit!

Warum sich so schnell nichts ändern wird?

Die meisten verantwortlichen Politiker und Parteien sind in unterschiedlichen Intensitäten gar nicht gewillt Änderungen herbeizuführen, denn es profitieren sehr viele vom gegenwärtigen Zustand, natürlich auf Kosten des gesellschaftlichen Klimas.

1. Die Integrations-Thematik dient unteranderem als Ablenkung von anderen Politikfeldern. Die gegenwärtig geführten Debatten, Gesetzesnovellierungen und Interpretationen sind Beweis dafür, dass dieses Thema uns noch lange beschäftigen wird und dies zu Recht. Denn bei dieser Thematik hat jeder/e Erfahrungen, ob negativ oder positiv, jeder/e kann mitreden, man benötigt kein explizites Fachwissen, da jeder/e irgenwo einen Ausländer kennt. Die Leute haben etwas worauf und worüber sie schimpfen können, ohne viel Ahnung bzw. Fachwissen haben zu müssen.

2.Die FPÖ existiert fast nur wegen dieser Thematik, wenn man sich die Anfragen an die Minister ansieht und die öffentlich-mediale Wahrnehmung. Dadurch ergibt sich, aus systemischer Sichtweise, eine Legitimation für die Grünen, welche sich als einziger Gegenpol zu Rechtsaußen positionieren.

3. Die Behörden haben jede Menge Arbeit, dadurch werden Dienstpsoten erhalten und es gibt eine Einkommensquelle. Als konkretes Beispiel kann man das Bundesheer anführen ca. 9 Millionen € für eine Hand voll aufgegriffene Schlepper in einem Jahr.
Die zahlreichen Visas und sonstigen Gebühren spülen eine Menge Geld in die Staatskassen.

4. Einige NGO’s, welche sich auf Beratung, Betreuung sowie Weiterbildung und Schulungen spezialisiert haben, verdienen gutes Geld mit dem chaotischen Zustand in diesem Land.

5. Rechtsanwälte haben durch die Undurchschaubarkeit im Fremdenwesen ein großes Handlungsfeld und dementsprechende Einkommensquellen.

Der Frust auf Seiten der Österreicher aber auch auf Seiten der MigrantInnen wird immer größer. Diese gesellschaftliche Stimmung sollte die Verantwortlichen wachrütteln, denn so wie es gegenwärtig ist, bekommt das rechte Lager noch mehr Zulauf und jene qualifizierten MigrantInnen werden Österreich nicht als primäres Zielland anpeilen.

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