Die Arbeit muss den Menschen dienen

„Menschenwürdig ist Arbeit dann, wenn sie den Menschen dient – allen Menschen und nicht nur einigen wenigen – und sowohl den heutigen als auch künftigen Generationen“, sagt Klaus Wiesner, AK-Rat und Sprecher der AUGE.

Unterstützung bekommen die GewerkschafterInnen dabei vom Grünen Bundesrat Efgani Dönmez: „Sehr viele Menschen fühlen sich heute in der Arbeit nicht als Menschen ernst genommen, sondern instrumentalisiert und degradiert.

Laut Erhebungen sind 50 Prozent mit ihren Arbeitsbedingungen und ihren Vorgesetzten unzufrieden. Von den über 40-jährigen möchte jede(r) Vierte so bald wie möglich in Pension“, betont Dönmez. Diese besorgniserregende Situation wird durch die steigende Zahl an Arbeitsverhältnisse verschärft, von denen die Menschen kaum oder nicht leben können. Mit nachweisbaren negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, die Familie – vor allem die Kinder. Hohe Arbeitsunzufriedenheit und die große Zahl prekärer Arbeitsverhältnisse führen jedoch nicht nur zu menschlichem Leid und zu Biografien ohne Zukunftsperspektiven, sondern sie führen auch ökonomisch in eine Sackgasse.

Zwischen 2020 und 2030 wird der demografische Kipp-Punkt erwartet, ab dem es keinen Arbeitskräfteüberschuss sondern Arbeitskräftemangel geben wird. Allerspätestens dann werden jene Unternehmen massive Probleme bekommen, die die Bedürfnisse der ArbeitnehmerInnen heute bestenfalls ignorieren. Die Schlüssel für eine menschenwürdige künftige Arbeitswelt: „Für die gut Ausgebildeten sind schon jetzt nur mehr Firmen interessant, die ihren MitarbeiterInnen von sich aus eine faire und lebensbejahende Balance zwischen Beruf, Weiterbildung und Familie ermöglichen. Leute, die es sich aussuchen können, werden sich für einen Arbeitgeber entscheiden, der ihre Lebensumstände ernst nimmt und ihren Bedürfnissen entgegen kommt! Stichwort Elternpflichten, Kinderbetreuung; aber auch Ausbildung und Auszeiten sowie Sorge für Ältere und Kranke“, betont Dönmez Unumgänglich sind für Dönmez flexible, mitarbeiterorientierte Arbeitszeiten, in deren Ausgestaltung von den Unternehmen mehr Ressourcen, Innovationsbereitschaft und Kreativität als bisher investiert werden muss.

„Hier ist vor allem mehr Leistung gefragt“, wendet sich Dönmez an die Adresse der ÖVP. „Und wer von Leistungsgerechtigkeit spricht, sollte statt auf den Frühpensionisten herumzuhacken dringend dafür sorgen, dass die Hacklerregelung endlich denen zugute kommt, für die sie gedacht worden ist und deren Namen sie trägt!“ „Die Zukunft, im Sinne von Nachhaltigkeit, muss aber die sein, sich Gedanken über Berufsbiografien zu machen – vor allem für Tätigkeiten, bei denen von Anfang an klar ist, dass man sie keine 30, 40, 45 Jahre lang ausüben kann. „Frühpensionierungen sind tatsächlich eine schlimme Sache“, sagt Klaus Wiesner, „aber aus dem Grund, weil sie der Beweis dafür sind, dass vorher in den Betrieben und bei den Arbeitsbedingungen jede Menge falsch gelaufen ist. Arbeit kann und muss heute so organisiert werden, dass menschenwürdige, nachhaltige Berufsbiografien entstehen, die nicht damit enden, dass man zum alten Eisen gehört und ungefragt ausrangiert wird! Immerhin würde jeder 5. Pensionist gerne arbeiten, eine Zahl, die uns auch zu denken geben muss.“

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