Gangsta-Rap aus Ried – Graue Wölfe – und das scheinheilige Geheule der FPÖ

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Video um eine Rieder Version einer ganzen Musik/Szeneausrichtung aus dem „Gangster-Rap“ der vor allem in Deutschland sogar durch ein eigenes Label (Meine Stadt 2010) betrieben wird. Der „kriminelle“ Hintergrund muss nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmen sondern kann auch Ausdruck „künstlerischer“ Freiheit sein. In Deutschland gibt es jedenfalls zahlreiche Versionen dieses Liedes „Meine Stadt Frankfurt/Berlin/Essen/Nürnberg etc“ die in den Musik-Videos behandelten Themen sind mehr oder weniger immer dieselben und handeln von sozialer Ausgrenzung, Kriminalität und deren Heroisierung, Gewalt und Sexualität. Die Inszenierung ist dabei auch immer die gleiche es wird eine „Gang“ ausschließlich Männer mit (vorwiegenden) Migrationshintergrund vor Luxusautos und städtischem Hintergrund gezeigt manchmal auch mit Waffen…

Insofern ist auch der Videoclip (Chiko ft. Dibo – Meine Stadt Ried http://www.youtube.com/watch?v=jRiNzJAGRvc )

„Meine Stadt Ried“ in dieser Linie zu sehen weil auch hier die Inszenierungen vermutlich vom “Vorbild“ aus Deutschland kopiert wurden.

ALLERDINGS: bei den deutschen „Vorbildern“ gibt es keine so expliziten Darstellungen in Richtung „Grauer Wölfe“ und türkischem Nationalismus, dass ist natürlich ein wesentlicher Unterschied der vor Or,  besonders Ernst zu nehmen ist.…

Unabhängig von der Aufregung um dieses “Skandalvideo” gibt es unterschiedliche Ebenen, welche zu beleuchten und zum Nachdenken sowie zum aktiven Handeln wachrütteln sollten. Diese Jugendliche sind “Produkte” sogenannter “Kulturvereine” aus dem Umfeld von nationalistisch-islamistischen Gruppierungen. Die Frage ist, warum Jugendliche trotz zweiter, dritter Generation in Österreich noch immer in dieser Weise sich mit dem Herkunftsland identifizieren. Ausgrenzungserfahrungen, Benachteiligungen sowie Einflüsse aus dem Herkunftsland spielen dabei sicherlich eine wesentliche Rolle und bedürfen einer näheren Beleuchtung. Wenn Jugendliche mit Migrationshintergrund der Ansicht sind, dass Erscheinungen mit nationalistischen Symbolen für das gute Zusammenleben förderlich sind und das Verständnis füreinander fördern, dann muss man sich mit ihnen intensiv auseinandersetzen und klar machen, dass dies der falsche Weg ist. Derartige Erscheinungen spielen nur der österreichischen Rechten in die Hand und beschleunigen die Dynamik von Ausgrenzungserfahrungen, welche wiederum den Zulauf zu den sogenannten Kulturvereinen beflügelt, welche die Jugendlichen für ihre Zwecke instrumentalisieren. Wir brauchen in Österreich keine fremdgesteuerten Jugendlichen aus dem Ausland sondern, jene, die eine Brücke zwischen dem Herkunftsland, der Kultur und der Religionen schlagen können. Dazu muss man in Bildung, Bildung und nochmals in Bildung investieren.

Das die Aufregung der FPÖ scheinheilig ist, sei nur der Vollständigkeit-Halber erwähnt oder haben Sie je eine ein Aussendung der FPÖ zu den „musikalischen“ Hasstiraden die tlw. auch im Innviertel von Neonazi-Bands produziert werden gesehen? Aber das es Parallelgesellschaften auch in Ried gibt – nicht nur unter der türkischen Community – hat die FPÖ gerade letzte Woche beim Aschermittwoch bewiesen, denn das hatte auch wenig mit der sog. Mitte der Gesellschaft zu tun…

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