Entpolitisierung der Medienlandschaft ist überfällig

Die Gräben in der Gesellschaft vertiefen sich, dies ist bereits unübersehbar. Wer es sich leisten kann, bekommt einen schnelleren Termin und eine bessere Behandlung im Gesundheitswesen.

Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder in einen Privatkindergarten oder in eine Privatschule bzw. in weiterer Folge auch an Privatuniversitäten. Wer es sich leisten kann, bekommt Premium-Zugang zu Medien und deren Inhalten, da in diesen Reportagen, Analysen, Kommentaren oder Dossiers besonders viel Energie, Zeit, Expertise oder Rechercheaufwand steckt.

Wer es sich leisten kann, wird einen Informationsvorsprung und entsprechende Vorteile in der Ausbildung und am Arbeitsmarkt haben. Sollte dies eigentlich nicht selbstverständlich sein, dass Informationen prinzipiell auf qualitativ hochwertigem Niveau geliefert werden? Leider ist es nicht selbstverständlich, trotz jährlichen 28 Millionen Euro an öffentlichen Subventionen und zusätzlichen 15 Millionen Euro von der Bundesregierung. Die Auszahlung der Subventionen nach dem Gießkannenprinzip ist für die Politik ein beliebtes Instrument zum Machterhalt. Es ist ein gefährliches Spiel der Politik, dass gerade in Zeiten wie diesen, in denen das Misstrauen gegenüber den „Systemmedien“ ständig steigt, nicht mit einer Informationsoffensive begegnet wird.

Die immer stärker werdende Informationsverbreitung über soziale Netzwerke hat auch die Politik in den Würgegriff genommen, wodurch sich dem Populismus ein weites Feld eröffnet hat. Ohne Vorbehalte wird mit dem Verteilen von staatlichen Geldern weiterhin für die Politik ein Hebel zum Bestellen von Wahrheiten ermöglicht und die wachsende Kluft zwischen Bürgern, welche den „Systemmedien“ nicht mehr vertrauen, vergrößert.

In Österreich gibt es keine saubere Trennung zwischen den zwei Machtpolen Politik und Medien. Diese von der Politik geschaffene Abhängigkeit und der Vertrauensverlust in die „Systemmedien“ ist letztendlich das Schmieröl im Getriebe der Rechtspopulisten. Sie haben längst ihre eigene professionelle Medienwelt hochgezogen, wovon andere Parteien nur träumen können. Ob FPÖ-TV, unzensuriert.at, Wochenblick, Aula, Zur Zeit, Info-Direkt oder auch der Auftritt von Parteichef Heinz-Christian Strache mit über 551.000 Abonnenten – sie haben längst ihre eigenen Wahrheiten, mit denen sie ein immer größer werdendes Publikum erreichen.

Je stärker jene Medien werden, umso mehr klammern sich die Regierungsparteien an ihre „Hausmedien“, wie den ORF, welcher unter der politischen Umarmung zu ersticken droht. Die von der Politik geschaffene Abhängigkeit der Medien gehört spätestens bei der nächsten Regierungskonstellation abgeschafft.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/blogs/doenmez-direkt/Entpolitisierung-der-Medienlandschaft-ist-ueberfaellig;art178056,2546340

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