Der beinharte Verdrängungswettbewerb und die Sichtverschmutzung

Die Türkei hat mehreren Millionen Flüchtlingen aus Afghanistan, Syrien und anderen Ländern Schutz gewährt.

Diese Flüchtlinge haben in kürzester Zeit eigene Netzwerke und Infrastruktur hochgefahren, die zu großem Unmut in weiten Teilen der türkischen Bevölkerung geführt haben.

Viele Türken haben aufgrund des Verdrängungswettbewerbes und des Unterbietens von gängigen Marktpreisen ihre Arbeitsplätze und Geschäfte verloren. Städte in der syrisch-türkischen Grenzregion, wie Hatay, gehen nun rigoros dagegen vor, indem überall Schilder in arabischer Sprache mit der politischen Begründung „Sichtverschmutzung“ entfernt werden müssen.

Szenenwechsel nach Österreich/Wien. In vielen Geschäften findet ein beinharter Verdrängungswettbewerb, primär unter den Migranten, welche schon länger in Österreich leben, und jenen, die erst seit kurzem da sind, statt. Zuerst wurden österreichische Marktstandler von den Türken verdrängt, nun die Türken von den Arabern. Wie sich ein Geschäft rentieren kann, wenn ein Döner für 1,50 Euro und ein Getränk um 50 Cent verkauft wird, diese Frage stellt sich keiner. Es kann nur funktionieren, wenn öffentliche Abgaben (Finanzamt oder Sozialversicherung) kaum bis gar nicht abgeführt werden (Schwarzarbeit); die Menschen, die arbeiten, massiv ausgenützt werden (Ausbeutung); oder die Produkte minderwertig sind und Standards nicht eingehalten werden (Qualität).

Dass sich solche Zustände im öffentlichen Raum ausbreiten können, ist auf ein Versagen der politisch Verantwortlichen zurückzuführen. Im rot-grünen Wien dürften diese Entwicklungen in den Bereich „kulturelle Vielfalt“ fallen, wenn man in manchen Parks im 20. Bezirk kaum mehr Frauen ohne Verschleierung antrifft. Ebenso die wachsende Anzahl von türkischen und arabischen Restaurants, wo aus religiös begründeten Werthaltungen heraus kein Alkohol mehr verkauft wird. Die Kunden von morgen werden auch schon durch Bildungsprojekte wie die „Infak-Kampagne“ der nationalistisch-islamistischen Milli-Görüs-Ableger in Wien, Linz und anderen europäischen Städten herangezogen.

Würde in Österreich jemand auf die Idee kommen, dass Geschäfte und Stände nur in deutscher Sprache angeschrieben werden dürften, würde mit großer Wahrscheinlichkeit die „Nazi-Keule“ ausgepackt, Rassismus- und Islamophobie-Vorwürfe inklusive. Unser schlechtes Gewissen, welches von unserer Geschichte genährt wird, gepaart mit einer verweichlichten Haltung gegenüber Migranten, welche ihre reaktionär-islamistischen Wert- und Moralvorstellungen in Kooperation mit Kirchenvertretern immer weiter ausbauen, lässt unsere Gesellschaft auseinanderdriften. Wir müssen endlich handeln!

http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/blogs/doenmez-direkt/Der-beinharte-Verdraengungswettbewerb-und-die-Sichtverschmutzung;art178056,2578932

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Das Leben ist so kurz

Die wichtigsten Dinge im Leben sollten oberste Priorität haben. Dies gilt auch für die Politik.

Was wichtig für die österreichische Politik ist, wissen wir nicht erst seit der Aufkündigung der Regierung, sondern dies hat sich schon in den vergangenen Jahren in komprimierter Form abgezeichnet. Wichtig ist der Poker um die Macht. Die Einflussnahme auf „Zufälle“. Die „überraschenden Ereignisse“, hinter denen meist eine Strategie steht.

Die persönlichen Angriffe gegenüber Wegbegleitern, deren Abgang man mit rhetorischen Floskeln bedauert und für deren Verdienste man sich bedankt. Die gegenseitige parteiinterne Anschüttung und die „selbstverständliche“ fraktionsübergreifende sowieso, skizzieren ein Sittenbild der österreichischen Innenpolitik, welches primär für BDSM-Liebhaber attraktiv erscheint. BDSM ist die Abkürzung für Bondage (Fesseln) und Disziplin, Dominanz und Submission (Unterwerfung) und Sadomasochismus. Die österreichische Innenpolitik wird wahrscheinlich bis zum Wahltag am 15.Oktober zu einer großen SM-Bühne ohne Erotikfaktor werden. Die Palette des antiken Roms, wo Brot und Spiele zur Unterhaltung und Beruhigung des Volkes eingesetzt wurden, wird ab dieser Woche zu neuem Leben erweckt.

Koste es, was es wolle, war das Motto der Politakteure im freien Spiel der Kräfte als Vizekanzler und ÖVP-Chef Wilhelm Molterer 2008 die Regierung mit den Worten: „Es reicht.“ aufkündigte. Die Rechnung für die im Schnellverfahren getroffenen „Wahlzuckerl“ mussten, wie gewohnt, die nächsten Generationen tragen. Dass uns diese „Wahlzuckerl“ dieses Mal erspart bleiben, sollten verantwortungsbewusste Bürger einfordern und bei ihrer Stimmabgabe berücksichtigen.

Beim politischen Spiel um Macht und Einfluss sollten die Akteure eine indische Vorstellung, genannt „Karma“, im Hinterkopf haben. Egal, was man tut, wenn man aus einem negativen Aspekt heraus handelt, gerät man in eine Verkettung und das nimmt kein Ende. Wenn man negativ ist und etwas tut, wird auch der andere negativ. Tut jemand bereitwillig etwas Negatives, dann führt das zu noch mehr Negativität. Ärger führt zu noch mehr Ärger, Wut zu noch mehr Wut, Feindseligkeit zu noch mehr Feindseligkeit und so geht es dann immer weiter. Die Zeit des Wahlkampfes sollte als Gelegenheit erkannt werden, um aus der Spirale der negativen Energie auszubrechen. Denn die wichtigsten Dinge im Leben sind nicht Macht, Einfluss und Reichtum, sondern neben Gesundheit, Zufriedenheit, der Einklang mit sich selbst und seinen Mitmenschen sowie Spiritualität. Positiv besetzte Politik könnte darauf Einfluss nehmen, indem nicht nur das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Maßstab für Wohlstand herangezogen wird, sondern wie in Bhutan das Bruttonationalglück.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/blogs/doenmez-direkt/Das-Leben-ist-so-kurz;art178056,2572617

 

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Eine Vision für Österreich

Ist es nicht ironisch? Das Leben von türkischstämmigen Mitbürgern in Österreich ist nicht von Rechtsextremen aus Österreich bedroht, sondern von anderen türkischstämmigen Mitbürgern aus dem Pro-Erdogan-Lager.

Man kann das aber auch als Weckruf für jene sehen, welche sich hinter Multikulti, Toleranz und Interreligiosität vor der unausweichlichen Auseinandersetzung mit reaktionären Migranten und deren Vereinen gescheut haben.

Es ist unübersehbar, dass die Kollektivisten aus dem nationalistischen und islamistischen Milieu mobilisieren und über feste Infrastrukturen in Österreich verfügen. Es ist längst überfällig und endlich an der Zeit, dass die Vernünftigen unter den Migranten genau dasselbe machen. Es gibt nämlich die erfolgreichen Migranten, es gibt die belesenen, die vernünftigen und demokratischen Migranten. Es gibt auch die säkularen Muslime, die nichts verbieten wollen und die Rede- und Meinungsfreiheit als Fundament unseres Zusammenlebens betrachten. Die müssen endlich ihre Stimme erheben und zum selbstständigen Denken aufrufen!

In Österreich brauchen wir keine Migranten, welche einen „Papa Erdogan“ benötigen. Wir brauchen Politiker, die die Demokratie erweitern und nicht einschränken, weil sie Vertrauen in uns und unseren Intellekt haben. Wenn die Politik weiterhin die harte Auseinandersetzung mit diesen reaktionären Migranten und deren Vereine scheut, trägt sie massiv dazu bei, die gesellschaftliche Spaltung weiter voranzutreiben. Es ist bequemer, eine fiktive Diskussion über Burka-Verbote zu führen, statt die Strukturen und Netzwerke von Moslembruderschaft, Erdogan & Co., welche als Moscheevereine und Bildungsinstitutionen getarnt unbehelligt in Österreich agieren, zurückzudrängen. Die Frage ist, werden sich die aufgeklärten Migranten formieren und werden unsere Politiker diese unterstützen?

Dass die säkularen Muslime in Europa kaum eine Stimme haben, wird uns noch teuer zu stehen kommen. Die Deutungshoheit über den Islam haben offensichtlich Islamisten für sich gepachtet. Das Aufzeigen von Grenzen sollten gerade linke Politiker nicht nur dem rechten Lager überlassen. Mit den Worten des deutschen Philosophen Rüdiger Safranski: „Grenzenlosigkeit höhlt nicht nur die Demokratie aus, sondern auch den Wohlfahrtsstaat. Denn Demokratien sind letztendlich nichts anderes als Vereine, die regeln, wer dazugehört und wer nicht, wer wählen darf und wer nicht, wer bleiben darf und wer nicht, wer Anspruch auf Leistungen des Wohlfahrtsstaates hat und wer nicht. Lauter Grenzziehungen.“ Wir brauchen eine Allianz aus Österreichern mit Migrationshintergrund – welche ohne ihre Herkunft zu verleugnen, offen zu Österreich stehen und die „Opferrolle“ ablehnen sowie an einer gemeinsamen Vision arbeiten.

Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/blogs/doenmez-direkt/Eine-Vision-fuer-OEsterreich;art178056,2565850

 

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Alles nur Zufall, Herr Bundespräsident?

„Solidarität ist gut, aber mit wem solidarisieren Sie sich da Herr Bundespräsident?“ Diese Frage stellte der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde nach der Aussage unseres Bundespräsidenten zur Kopftuchfrage. Ich stelle die Frage: „Wie kam es überhaupt zu dieser Aussage und in welchem Kontext?“

Wer war also die Schülerin, welche unserem Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen die verhängnisvolle Frage zum Kopftuch gestellt hat? Vieles deutet darauf hin, dass es sich um eine bewusste Aktion aus Kreisen des politischen Islam handelt: Auf der Seite „MeinHijabMeinRecht“ wird das Video online gestellt, welches am 24. März 2017 im Haus der Europäischen Union aufgenommen worden ist. Dabei wird eine junge Muslima vorgestellt, die dem Bundespräsidenten eine wichtige Frage zum Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte stellt. Einzelmeinung einer frommen Muslima? Mitnichten.

Die Initiative MeinHijabMeinRecht dürfte im Umfeld der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ) angesiedelt sein, einer Organisation, die seit Jahren Bundesförderungen erhält und als die offizielle Jugendorganisation der Islamischen Glaubensgemeinschaft gilt. Die MJÖ wiederum ist zufällig an der gemeinsamen Adresse im 23. Bezirk gemeldet, wo auch zufällig die islamisch-religionspädagogische Akademie (IRPA) lange gemeldet war. Deren Direktorin ist die Schwester einer Schlüsselfigur der europäischen Muslimbruderschaft in Deutschland. Das islamische Gymnasium in Deutschland, wo sie selbst Direktorin war, galt laut deutschen Sicherheitsbehörden als Tarnverein des ägyptischen Zweiges der Muslimbruderschaft und wurde geschlossen. Ganz abgesehen davon, residiert die Kampagnenzentrale der MJÖ im Haus der Anas-Shakfeh-Stiftung. Shakfeh, ehemaliger Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGIÖ), wurde immer wieder in die Nähe der Muslimbruderschaft gerückt. Der gute Mann dürfte in seinem Leben fürstlich verdient haben, wie sonst hätte er eine Stiftung ins Leben rufen können? Oder kommt das Geld doch aus Saudi-Arabien oder gar Katar?

Man weiß es nicht und wir werden es niemals erfahren, da weder das „Islamgesetz neu“ noch das Stiftungsrecht eine transparente Nachvollziehbarkeit ermöglichen. Weiterhin bleiben Tür und Tor für die Einflussnahme aus dem Ausland geöffnet. Viele Zufälle also, im Zentrum der aktuellen Kopftuchdebatte steht ein kleines Grüppchen von streitbaren Aktivistinnen im Dunstkreis von MJÖ und IGGIÖ.

Bei der 20-Jahr-Jubiläumsfeier der Muslimischen Jugend im Jahr 2016 war ein Buchverlag namens Al Hamra vertreten. Wie der Zufall es so mag, auch aus dem Dunstkreis der Muslimbruderschaft. „Sag mir, was du liest und ich sage dir, was du bist“, schrieb einst der französische Historiker Pierre de La Gorce.

Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/blogs/doenmez-direkt/Alles-nur-Zufall-Herr-Bundespraesident;art178056,2559361

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Perspektiven Integration – Menschen türkischer Herkunft

Menschen türkischer Herkunft in Österreich

In der dritten Ausgabe des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) der Reihe Perspektiven Integration sind die sechs Expert/innen

Kenan Güngör (Internationaler Experte für Integrations- und Diversitätsfragen und Mitglied des Expertenrats für Integration),

Berivan Aslan (Nationalratsabgeordnete der Grünen und Vorstandsmitglied des „Netzwerk Geschlechterforschung“),

Birol Kiliç (Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich),

Efgani Dönmez (Lektor an der FH für Sozialarbeit und Kolumnist für die Oberösterreichischen Nachrichten),

Cengiz Günay (Senior Researcher am Österreich Institut für Internationale Politik sowie Lektor an der Uni Wien und Donau-Uni Krems) und

Nalan Gündüz (Moderatorin und ehemals Integrationsbeauftragte an der österreichischen Botschaft in Ankara) im Gespräch mit Köksal Baltaci (Redakteur „Die Presse“).

Hier gehts zum Bericht: Perspektiven Integration – Menschen türkischer Herkunft

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