EFGANİ DÖNMEZ Abgeordneter zum Nationalrat

Hamam Vöslau

Wenn Realität auf Satire trifft

Man fühlt sich an Michel Houellebecq‘s Roman “Die Unterwerfung”, aber auch an die „Islamische Reise“ des verstorbenen Literatur-Nobelpreisträgers V.S. Naipaul erinnert, wenn man die Diskussion und den Kniefall vor der „Verschleierungs-Lobby“ sich ansieht.

Akademisch gebildete Schüler und Schülerinnen aus dem geistig islamisch-fundamentalen Umfeld, die sich wie im Märchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“ ein demokratisch-liberales Mäntelchen als „Influencer“ umgehängt haben, eignen sich die Dialektik des Westens an und erobern diesen, indem sie Themen, die Europa eigen und wichtig sind, wie Feminismus und Gleichberechtigung, umdeuten: Man nennt nun einen abgetrennten Bereich für Frauen fortan “Schutzbereich” und nicht “Sharia-konform”, weil das ja einen schlechten Klang hätte. 

Und wie bei Houllebeqs Satire, die wenige Tage vor dem Angriff auf die Redaktion „Charlie Hebdo veröffentlicht wurde – fallen als erstes die linken und grünen Träumer und Traumtänzerinnen darauf herein und vermeinen sogar fortschrittlich zu sein, wenn sie fundamentale islamische Praktiken wie geschlechter-getrennte Bereiche im öffentlichen Sektor, mitten im Herzen von Europa, unterstützen. 

Obwohl, religiöse und politische Minderheiten, insbesondere Frauen die ersten sein werden, die unter diesen neuen religiös indoktrinierten Ordnungen zu leiden haben. Überall in fundamental islamischen Ländern wie den Emiraten, Saudi-Arabien etc. gibt es in Schwimmbädern, Kinos und auch der U-Bahn abgetrennte Bereiche – offiziell zum Schutz der Frauen. 

Tatsächlich ist es eine neue subtile Form des Patriarchats, denn Frauen sind dort bereits zunehmend rechtlos. Und deswegen ist das letztlich genau so leicht durchschaubar wie die jüngsten Garantie-Erklärungen der Taliban in Afghanistan zum Schutz der Frauen.

Der Nachwuchs des politisierten Islam ist in Europa – im Gegensatz, zu Mursi, Gülen & Erdogan in den Praktiken des Täuschen und Tarnen – besser geworden. Sie kämpfen um etwas, in dem Wissen, dass sie als Individuum und Gesellschaft nicht weiterbringen wird. Sie setzen sich – bewusst oder unbewusst – für etwas ein, was sie, insbesondere als Frau, runterziehen wird. Ein Blick in die islamischen Länder sollte reichen. Wenn es nicht traurige Realität wäre, könnte man darüber lachen.

Satire in Höchstform ist es allerdings dann, wenn sich linke Traumtänzerinnen, eine Presse und Falter-Journalistin und die Leitung eines öffentlichen Wohlfühl-Bereiches, wie in Bad Vöslau dieser neuen Taktik der religiösen Indoktrinierung (aus ideologischen Gründen?) nicht bewusst sein wollen oder können.

Von Efgani Dönmez
EFGANİ DÖNMEZ Abgeordneter zum Nationalrat

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