EFGANİ DÖNMEZ Abgeordneter zum Nationalrat

Nützliche Idioten – Islamlandkarte und die Spitze des Eisberges

Für den Titel dieses Beitrages wurde ich von Herrn Manfred Maurer, Journalist beim Volksblatt durch seinen Artikel inspiriert. Für seinen unermüdlichen Einsatz, Mut und aufrichtiges Bemühungen um Aufklärung in der vielschichtigen Integrations-, und Islamdebatte möchte ich Ihm aufrichtig danken. Er ist leider auch ein einsamer Rufer in der Wüste, wenn es um einen klaren Blick auf die Integrations-, und Migrationsthematik sowie die Islamdebatten in unserem Land geht. Viele andere Journalisten können und dürfen meist Themen nicht aufgreifen, welche er aufgreift.

Ich habe mich lange Zeit ziemlich bewusst aus der öffentlichen Diskussion herausgehalten, weil eine sachliche Diskussion kaum möglich ist und die Brunnenvergifter, welche die Stimmung in unserem Land anheizen, ausnahmslos überall sitzen. Wir sind gesellschaftlich nun an einen Punkt angelangt, wo ich mir sehr schwer tue, still zu halten. Es läuft einiges schief und die Doppelbödigkeit ist kaum mehr zum Aushalten. 

In meiner damaligen Funktion als Abgeordneter habe ich , wie beim Fussball (meine Mitspieler können das bestätigen) meist hart, aber immer fair gespielt. Je nach Tagesverfassung sind mehr oder wenige Tore gefallen. 

Bei dieser Integrations-, und Islam-Thematik geht es nicht um das Gewinnen oder Verlieren, sondern um das Spiel an sich. 

Hierbei sind bewusst und/oder unbewusst viele nützliche Idioten am Spielfeld, ob Parteien, Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften oder Akteure aus der Zivilgesellschaft. 

Weder in Europa, noch in Österreich gibt es das aufrichtige und ernsthafte Bemühen die problematischen Entwicklungen im Integrationsbereich und den Einfluss des politischen Islam entgegenzutreten. Im Gegenteil, es werden jene hofiert und unterstützt, welche die treibenden Kräfte hinter dieser gesellschaftlichen Spaltung sind. Einige konkrete Beispiele:

Ruhollah Chomeini stürzte aus dem französischen Exil heraus die iranische Regierung. Die fundamentalistische Kaplan-Bewegung rief aus Köln das islamische Kalifat aus. Die türkische Gülen-Sekte unterhielt in hunderten deutschsprachigen Städten, darunter auch in Österreich ihre „Lichthäuser“ und „Bildungsinstitutionen“. Die Ableger der terroristischen PKK sind in Holland, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Deutschland und Österreich nach wie vor hoch aktiv. In Österreich sind, wie in fast allen anderen europäischen Staaten, wo es eine türkische Diaspora gibt, Erdogan-Netzwerke, Moslembrüder und andere reaktionäre Strömungen in „Interreligiösen Dialogrunden“, in politischen Parteien, insbesondere in der Sozialdemokratie und Linken- Bewegungen, aber auch im bürgerlichen Lager „integriert“ und aktiv.

Die aufgeklärten, selbstständig denkenden Bürger müssen erkennen, dass dies zur Staatsdoktrin der europäischen Länder gehört, reaktionäre, antidemokratische Strömungen aus dem Ausland, insbesondere aus muslimischen Ländern, wie der Türkei in Europa und Österreich zu unterhalten, großzuziehen und diese auch zu hofieren. Warum ist das so?

Die Türkei war das einzige muslimische Land in der Welt, wo es lange Zeit kein allzu großer Widerspruch war Islam und Demokratie zu vereinen. Dies passte nicht ins Weltbild mancher Islamhasser und Türkeigegner. Um den Islam und die Türkei in ein bestimmtes Eck zu rücken, dafür brauchte man diese islamistischen Kettenhunde. Da sie in jeder Hinsicht die Vorbehalte und Ressentiments gegenüber der Türkei und den Muslimen, ob auf europäischer Ebene oder in den Nationalstaaten, bestätigen. Hinzu kommen die historischen Erfahrungen, welche gerade Österreich mit der Türkenbelagerung von Wien im Jahre 1529 und 1683 gemacht haben und auch bis heute kaum eine Gelegenheit ausgelassen wird, vor „den Türken“ zu warnen, wie die FPÖ 2016 dies bei einem Festakt auch gemacht hat. Auf die zahlreichen Hinweise im öffentlichen Raum, wo vor „den Türken“ gewarnt wird, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Wie sollen sich Menschen integrieren, wenn sie als potenzielle Gefahr in der Öffentlichkeit dargestellt werden? Warum gibt es kaum Migranten, welche progressive Haltungen vertreten und aufklärerische Ansätze verfolgen bei öffentlichen Veranstaltungen, Fernsehdiskussionen und in führenden Positionen in der Politik und in Institutionen? Warum werden die reaktionären Migranten und deren Vereinsableger von Kirche und Politik hofiert? 

Weil es ins Bild passt und das Spiel auf dem Rücken der Gesellschaft weitergespielt werden kann. 

Die um Integration und Deradikalisierung bemühten Institutionen bekommen ihre Fördergelder. Die politischen Parteien bespielen weiterhin die Thematik, halten die Diskussionen am Köcheln und leiten unteranderem daraus ihre Existenzberechtigung ab. Die Kirche kann weiterhin ihre Dialogrunden mit den organisierten Verbänden, welche allesamt ausnahmslos aus dem reaktionär muslimischen Bereich stammen, abhalten. Das Spiel geht weiter.

Dies ist einer von vielen Gründen, warum die Ableger des politischen Islams in Europa und Österreich salonfähig gemacht werden. Es ist eine Mischung aus Naivität, Abneigung gegenüber der Türkei und muslimischen Ländern, bewusste Instrumentalisierung und Ausgrenzung von um Aufklärung bemühte Migranten (ausgenommen ein paar Hofmigranten) und Muslimen. 

Denn diese Player passen nicht ins Spiel. Das Spiel muss spannend, schmutzig und unterhaltend sein, wie Politik eben ist. 

Es zählt die PR und die Show, da gibt es für tiefgründig Denkende keinen Platz. Eines sei zum Abschluss noch gesagt, damit es historisch belegt ist. Wer sich insgeheim über eine taumelnde, geschwächte Türkei freut, erkennt nicht, dass Europa dadurch auch in den Abgrund mitgerissen wird! Darüber werde ich in einem Beitrag ausführlich schreiben. 

Von Efgani Dönmez
EFGANİ DÖNMEZ Abgeordneter zum Nationalrat

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