Rechtsextremismus und Islamismus – zwei Seiten einer Medaille

Wer sich auf die christlichen Wurzeln beruft, sollte nicht vergessen, dass Jesus sagte: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

In einer aufgeklärten Gesellschaft sollte man sich auch auf die Werte der Aufklärung berufen, wo mutige Menschen über Jahrhunderte für all die Rechte, welche wir heute genießen dürfen, gekämpft haben.

Das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen in Würde und Respekt setzt eines voraus, dass nicht in Frage stellen der Existenzberechtigung des Gegenübers. Es gibt Rechte und Pflichten für alle, die in einer offenen Gesellschaft leben möchten. Die Gegner einer offenen Gesellschaft sind sich des Öfteren ähnlicher, als man glauben möchte. Rechtsextremismus und der politische Islam haben mehr Gemeinsamkeiten und in vielen Bereichen auch so manche Parallelen. Der Rechtsextremismus, der den Islamismus und seinen Terror instrumentalisiert, um gegen den Islam zu mobilisieren. Auf der anderen Seite der politische Islam, der antimuslimische Diskriminierungserfahrungen durch die Rechte als ein Rekrutierungsargument ins Treffen führt, um zu beweisen, dass der Westen die Muslime notorisch ablehnt.

Rechtsextreme sehen sich als Rebellen gegen das etablierte System, gegen Regierungen, sofern sie selbst nicht darin vertreten sind, und gegen die Mainstream-Medien. Die Ableger des politischen Islams kämpfen immer gegen den Westen und oft gegen Juden. Das Ziel von Rechtsextremen und Islamisten ist nicht das Erlangen von Freiheit, sondern die Beseitigung der Demokratie, statt dieser soll ein starkes gleichgeschaltetes Kollektiv eintreten, wo sich das Individuum zu unterwerfen hat. Verschwörungstheorien gehören zum Weltbild von Rechtsextremen und Islamisten. Außenstehende bedrohen die eigene Gemeinschaft bzw. die reine Lehre der Religion.

Untergangsszenarien gibt es auf beiden Seiten, welche nicht nur auf den harten Kern der Anhängerschaft eine anziehende Kraft ausübt. Beide Ideologien sehen sich ständig in der Opferrolle. Über diese Opferrolle wird die Rechtfertigung dafür abgeleitet, zu gegenseitigen verbalen oder tatsächlichen Übergriffen aufzurufen. Beim Rollenbild der Frau, bei der Einstellung zu Homosexuellen und in Bildungsfragen vertreten, beide vermeintlich entgegengesetzte Ideologien, die gleichen rückwärtsgewandten Gesellschaftsbilder. Der Rechtsextremismus und der politische Islam haben keine gemeinsame Ideologie, jedoch einige Gemeinsamkeiten.

Der österreichische Philosoph Karl Popper formulierte treffend: „Freiheit kann ungemütlich werden, kann Angst machen, kann Menschen überfordern und die Sehnsucht nach der Rückkehr in eine geschlossene Gesellschaft nähren, die alle ihre Kraft dazu verwendet und verschwendet, sich nach außen abzuriegeln.“

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