Verhältnis Kirche und interreligiöser Dialog zu Konfessionslosen

Meine kritischen Kommentare zum Verhältnis Kirche und interreligiöser Dialog waren Gegenstand eines Treffens in der Diözese Linz.

Ich wurde von Diözesanbischof Herrn Dr. Manfred Scheuer und seinem engeren Kreis von Mitarbeitern gemeinsam mit dem Obmann der Türkischen Kulturgemeinde Österreich Herrn DI Birol Kilic eingeladen. Es war ein sehr offenes und freundliches Gespräch ohne den Blick auf die kritischen Bereiche im Verhältnis Kirche und interreligiöser Dialog auszublenden.

Die unterschiedlichsten Konfessionen stehen seit über 15 Jahren in OÖ in einem Austausch auf verschiedenen Ebenen. Die Ansprechpartner untereinander und auch gegenüber den Institutionen, der Politik und der Zivilgesellschaft sind meist die Repräsentanten der anerkannten Glaubensgemeinschaften. Am Beispiel des von Saudi-Arabien finanzierten „interreligiösen Dialogzentrums“ in Wien erkennt man, dass nicht nur ein inhaltlicher Austausch stattfindet, sondern auch die Aufteilung so mancher Subventionen aus unterschiedlichen Fördertöpfen für diverse Kooperationen. Am Dialog können meist nur jene teilnehmen und Zugang zu Fördergeldern erhalten, welche eine institutionalisierte Stimme in der öffentlichen Wahrnehmung haben. Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Konfessionslosen sind somit ausgeschlossen und irrelevant.

Es gibt den Freidenkerbund, die Atheisten-Plattform und zehntausende kritisch-säkulare Stimmen, welche humanistische Positionen der Aufklärung vertreten.  Was sie vereint ist, dass sie in der öffentlichen Wahrnehmung mangels Bündelung keine Ansprechpartner für Kirche und Staat sind. Im Gespräch mit Diözesanbischof Scheuer habe ich die Gemeinsamkeiten des Islams und des Christentums von der ersten Felsenkirche in Antakya bis hin zur Verehrung von Jesus im Koran thematisiert. Jesus und Mohammed haben unabhängig voneinander eines gemeinsam. Sie beide waren Revolutionäre und Kämpfer für Gerechtigkeit. Beide wüteten in Gebetsstätten, weil darin nicht Gott gepriesen, sondern Geschäfte und Vielgötterei betrieben wurde. Diese konfessionsübergreifende notwendige Tempelreinigung hat bis heute an keiner Aktualität verloren. Die Religion wird missbraucht und politisch instrumentalisiert.

Nicht besprochen wurde, dass im Namen der Religion und mit der Unwissenheit der Massen Milliarden an Geschäften unter dem Halal-Label gemacht werden. Die islamistischen Gruppierungen in Europa werden nicht nur von Saudi-Arabien, Katar und der Türkei finanziert, sondern erzielen einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Einkünfte aus den intransparenten Halal-Geschäften. Diese Thematik ist noch ein blinder Fleck in der öffentlichen Wahrnehmung. Ein Interesse seitens der Politik und der Wissenschaft wäre sicherlich kein Nachteil, damit man gewisse Entwicklungen besser verstehen kann.

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Religion und Europa im Umbruch

In Europa hat Religion wenig Bedeutung. Wir sind mittlerweile sehr säkular geprägt.

Auch wenn viele nicht offiziell aus der Kirche ausgetreten sind, dient Religion für die Mehrheit nur mehr als Behübschung. Eine Taufe, eine Hochzeit, ein Begräbnis oder eine Christmette, das ist mit der Kirche dann doch festlicher.

Jahrhunderte von Religionskriegen, Verfolgungen, Unterdrückung von Frauen, keine anerkannten Menschenrechte etc., all das steht für die Zeit in Europa, in der Religion noch großen Einfluss hatte und dadurch die Gesellschaft geprägt hat. Es war ein langer, harter Kampf, bis durch die Französische Revolution und die Aufklärung die Kirche in ihrer Vormachtstellung beschnitten wurde. Die Zahl der Kirchengänger beträgt keine zwölf Prozent der Katholiken mehr. Europa ist ein über die Jahrhunderte in der Kultur christlich geprägter Kontinent, aber Religion wird kaum mehr praktiziert. Jetzt wandern (muslimische) Migranten und Asylwerber, die überwiegend sehr religiös sind, nach Europa ein. Ängste tauchen auf. Umsonst predigt Kardinal Schönborn nicht mit Leidenschaft gegen die Eroberung Europas durch den Islam: „Herr, verstoß uns nicht, weil wir im Glauben lau geworden sind.“

Genau jener Würdenträger war einer der Befürworter, dass das von Saudi-Arabien finanzierte „interreligiöse Dialogzentrum“ in Wien errichtet wird, in dem Wissen, welche pervertierte Form des Islams von Saudi-Arabien exportiert wird und dass Saudi-Arabien Hauptsponsor des internationalen Terrorismus ist. Die Doppelmoral kann man nicht besser vor Augen führen. Was passiert durch die Zuwanderung aus den muslimischen Ländern mit unseren Menschenrechten, besonders mit den Frauenrechten? Wie verändert das unsere Lebensrealität, wenn Menschen ihr Leben an der Religion ausrichten und dies auch in der Öffentlichkeit tun? Wir haben gerade in Österreich eine sehr schlampige Trennung von Staat und Kirche. Die Diskussion läuft aber am Kern „des Problems“ vorbei. Es geht gar nicht so sehr um Religion, sondern um die Frage, ob wir in einer aufgeklärten Gesellschaft leben wollen, in der der Staat über der Religion steht.

Die Angst der Österreicher ist, dass Zuwanderer aus muslimisch geprägten Ländern die Errungenschaften der Aufklärung zurückdrängen, im schlimmsten Fall die Religion wieder über dem Staat stehen könnte. Übertriebene Religiosität in Kombination mit mangelnder Bildung sind zwei Kriterien, die einer Integration entgegenstehen.

Wer findet, dass unser Lebensmodell unattraktiv ist, hat ja die Option, es nicht teilen zu müssen und in Ländern zu leben, wo Religion das Leben maßgeblich prägt. Die Frage ist, welche Gesellschaft wollen wir? Wird unsere offene Gesellschaft durch reaktionäre, religiöse Zuwanderer beeinflusst?

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Für Erdogan ist Demokratie nur ein Zug

Wenn man einem Menschen Macht gibt, kann man erkennen, welcher Charakter ihm innewohnt.

Seyran Ates, eine türkischstämmige Deutsche, hat ein Buch zu „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“ geschrieben. Ein Buch, welches einen tiefen Einblick in die islamische Gesellschaft gibt und Tabuthemen anspricht, welche tiefreichende Folgen für das Individuum und ganze Gesellschaften haben.

Ates fordert eine sexuelle Revolution im Islam, denn eine freie Gesellschaft braucht eine freie Lebensgestaltung. Nicht wenige Musliminnen, die selbst entscheiden wollen, wen sie lieben, werden mit dem Tode bedroht. Manche Muslime, die sich gegen eine arrangierte Ehe wehren, werden von ihren Familien verstoßen. Wer sich im Islam zu seiner Homosexualität bekennt, begibt sich in Lebensgefahr. Die islamische Welt unter Erdogan & Co, behauptet die bessere, die moralischere Religion zu haben. Religiöse Fanatiker wie Erdogan und seine Gefolgsleute bekämpfen den vermeintlich dekadenten Westen (vorerst) mit (verbaler) Gewalt. Doch eine Gesellschaft, die freie Selbstbestimmung untersagt, ist in jeder Hinsicht rückschrittlich: In Bildung, Forschung und Wirtschaft sind muslimische Länder dem Westen deutlich unterlegen. Seit Sigmund Freud wissen wir, dass sexuell unterdrückte Menschen zwangsläufig destruktiv sind. Die Verdrängung zwingt sie geradezu, etwas kaputtzumachen. Erdogan und Teilen seiner AKP dürfte der Samenstau in den Kopf gestiegen sein, denn in einem Gutachten der türkischen Religionsbehörde hatte es geheißen: „Inzest müsse nicht unbedingt negative Auswirkungen auf die Ehe eines Mannes haben. Wenn sich ein Vater in erotischer Absicht der eigenen Tochter nähere, solle er aber darauf achten, dass das Kind älter als neun Jahre sei.“

Einmischung in das Privatleben aus diesen Kreisen kommt selten allein, womit die türkische Religionsbehörde noch nachlegte und das Augenbrauenzupfen für unislamisch erklärte. Autokraten wie Erdogan benutzen die Demokratie, um an die Macht zu kommen. Einmal im Amt, bauen sie den Staat um. Erdogan versucht nun, die institutionalisierte Macht bei sich zu konzentrieren. Aufhebung der Gewaltenteilung, die Opposition wird behindert, kritische Presse mundtot gemacht und der Apparat der Exekutive und Judikative mit Gefolgsleuten besetzt. Andersdenkende werden massiv verfolgt – Einmischung in das Privatleben der Menschen inklusive.

Die Türkei und die in der Diaspora lebenden Türken werden von Erdogan in Geiselhaft genommen. Der Zug, auf den er aufgesprungen ist, um an sein Ziel zu gelangen, wird in diesen Tagen immer deutlicher. Man wird der Türkei klarmachen müssen, dass dieser Zug unter Erdogans Führung an den Grenzen Europas Halt machen wird!

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Politischer Islam – Das Endziel ist Europa

Der 37. US Präsident Richard Nixon legte unter anderem das Fundament für den Aufstieg des politischen Islam in der muslimischen Welt.

„Wir dürfen es nicht zulassen, dass in der muslimischen Welt sich eine laizistische Demokratie etabliert. Das Bildungssystem und das gesellschaftliche Leben müssen auf religiösen Fundamenten gegründet werden. Wenn wir die Hirten an der Spitze dieser Länder für uns gewinnen, dann werden diese Länder wir verwalten. Dementsprechende Vorkehrungen sind zu treffen.“ Graham Fuller, Ex-Vize-CIA-Chef und Mastermind im Laboratorium für die Entwicklung des politischen Islam, schreibt in seinem neuen Buch „Die neue türkische Republik“ folgendes: „Die Türkei muss sich vom Kemalismus, vom Laizismus und von einem einheitlichen Nationalstaat entfernen. Sie sollte  vielmehr dem osmanischen Reich ähneln, welches eine Vielfalt in der Kultur, in der Religion und in den Ethnien darstellte. Die Aufhebung des Kalifats war ein Fehler und sollte wiedereingeführt werden, diesem Bestreben stehen die aufgeklärten Türken und die letzte Bastion des Widerstandes, das türkische Militär entgegen.“

Es ist kein Zufall, dass die US-Bürgerin Merve Kavakci eingebürgert wurde, und als eine der ersten kopftuchtragenden Frauen ins türkische Parlament eingezogen ist. Es ist auch kein Zufall, dass ab den 80’er Jahren in der Türkei sich die religiösen Imam Hatip Schulen  ausgebreitet haben, dass im türkischen Militär und in der Polizei kopftuchtragende Frauen in Erscheinung treten.

Den politischen Islam für die Erfüllung der eigenen Zwecke des Westens zu missbrauchen, ist keine Erfindung der Neuzeit. Die Engländer benutzten schon den instrumentalisierten Islam  ,um das osmanische Reich zu schwächen und zu Fall zu bringen. Die Deutschen unter Hitler unterstützten vor dem 2. Weltkrieg den Panislamismus , um den Einfluss der Russen und Engländer zurückzudrängen. Nach dem 2. Weltkrieg verhalf die CIA führenden Köpfen des politischen Islams zur Flucht in die USA. Somit hatte auf „die politische Waffe“ des politischen Islams nun Amerika alleinigen Zugriff.

Nach dem kalten Krieg wurden Islamisten in Stellung gebracht, um den russischen Einfluss zurückzudrängen. Die Folge war die Geburt der Tailban in Afghanistan. Dass die Moslembruderschaft und der IS mit dem massiven Zutun der Amerikaner groß geworden sind, sollte mittlerweile auch zum Allgemeinwissen gehören. Erdogan ist mit Unterstützung der US-Politik groß geworden, dies dokumentierte die türkische Journalistin Banu Avar penibel in diversen Publikationen. Mit einem „Evet“ bei dem bevorstehenden Verfassungsreferendum wird unter Erdogan ein sunnitischer Gottesstaat in der Türkei entstehen, und dieser wird gegen den schiitischen Iran in Stellung gebracht. Was das für Europa bedeutet, kann sich jeder selber vorstellen. Endziel des politischen Islam ist Europa zu schwächen!

Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/blogs/doenmez-direkt/Das-Endziel-ist-Europa;art178056,2507668

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Neues Fremdenrechtsgesetz und alte Probleme die bleiben

Täglich grüßt das Murmeltier, nicht nur in der Komödie von Ben Murray, welcher 1993 eine zynisch, grantige Hauptfigur spielt sondern auch in der österreichischen Politik gibt es derartige Erscheinungen. Das ÖVP dominierte Innenministerium und das SPÖ geführte Verteidigungsministerium sind jeher für beide Parteien, jene Stellen, wo über Migrationsthemen und deren (nicht) Steuerung entschieden wird. Ein Blick in die Vergangenheit und Gegenwart erspart den Erklärungsbedarf, warum eines der meist geänderten Gesetze in Österreich – das Fremdenrecht – trotzdem nicht die gewünschten Effekte erzielen kann. Zuwanderung erfolgt primär über drei Ebenen.

  1. Der Zuzug über die Binnenmigration innerhalb der EU ist aufgrund der Personenfreizügigkeit kaum steuerbar.
  2. Der Zuzug von Drittstaatsangehörigen nach Österreich ist für höher Qualifizierte nicht besonders interessant, weswegen auch die Kontingente für die Erteilung von Aufenthaltstitel im Bereich der Rot-Weiß-Rot-Karte-Plus kaum ausgeschöpft werden. Jene Arbeitskräfte vom österreichischen Arbeitsmarkt fernzuhalten, dessen Qualifikationen nicht oder kaum benötigt werden ohne gegen den Gleichheitsgrundsatz zu verstoßen, gleicht einer Leibesübung, wo man ohne Verrenkungen nicht davonkommt.
  3. Bleibt noch die Asylschiene, wo es de facto kaum Steuerungsmöglichkeiten gibt, wenn man geltendes Recht nicht verletzen möchte.

Die Politik, unabhängig davon, welche Partei, ist in einem extremen Spannungsfeld. Eines muss sie erkennen, dass man diese Thematik in Zukunft nicht mehr als Anhängsel von irgendeinem Ministerium nebenbei mitlaufen lassen kann. Die verstreuten Kompetenzen, trotz Querschnittsmaterie gehören bei einer zukünftigen Regierungsbildung gebündelt, damit man in enger Abstimmung mit Innen-, und Außenministerium sowie den Ländern und Aufenthaltsbehörden einen Steuerungseffekt erzielen kann. Gerade über die Asylschiene erfolgt eine Zuwanderung, welche unsere Gesellschaft massiv polarisiert und in jeglicher Hinsicht die nächsten Generationen überwiegend von ihrer negativen Seite beschäftigen wird. Der Einfluss aus dem Ausland, sichtbar über den arabisch-türkischen Ausfluss, in Form von ferngesteuerten Pseudo-Vereinen, wie Milli Görüs, Moslembruderschaft, ATIB und Co sind wohlwollend betrachtet keine Bereicherung, real betrachtet eine Kampfansage an unsere Gesellschaft. Diese Umtriebe wird das neue Fremdenrechtspaket nicht ein Mal ansatzweise tangieren, aber genau dort liegt eines der größten Probleme. Die vermeintliche Ruhe in Österreich ist teuer erkauft, da unsere Politik noch immer nicht bereit ist die Wurzel des eigentlichen Problems anzugehen. Abgelehnte Asylwerber aus der Grundversorgung zu entlassen und somit der Obdachlosigkeit freizugeben ist alle Mal leichter als sich mit den Saudis und Erdogan’s verlängerten Armen in Österreich anzulegen.

Quelle:http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/blogs/doenmez-direkt/Neues-Fremdenrechtsgesetz-ndash-doch-die-alten-Probleme-bleiben;art178056,2500960

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